Was traumatisiert – und was nicht?

Was traumatisiert – und was nicht?

Eine neue Klientin sagte: „Ich habe da etwas Traumatisierendes erlebt.“ und nahm an, das genau dieses Erlebnis Grund für ihre jetzige unglückliche Situation ist.
 
Manchmal liegt man damit richtig.
Ganz oft vertut man sich.
 
Das, was objektiv betrachtet schlimm und traumatisierend sein „muss“, das ist bei vielen  meiner Klienten gar nicht des Pudels Kern.
So auch bei dieser Klientin: Das als ursächlich angenommene Erlebnis zeigt sich als verarbeitet und einsortiert.

Es ist sehr wichtig, genau das  in meinen Trauma-Coachings herauszufinden. Denn nur so wird klar, an welchem Punkt gearbeitet werden muss, um Erfolge zu erzielen.

Statt dessen taucht ein „Thema dahinter“ auf. Das galt es zu bearbeiten.
 
„Das ist doch nichts!“, äußert sich meine Klientin fast verschämt, bevor wir an die Bearbeitung gingen.
Leider ist es tatsächlich so, dass auch heute noch die Gesellschaft vorzugeben glaubt (oder auch die ICD-10), was uns belasten soll, was uns traumatisiert und was wir eigentlich ohne weiteres verpacken müssen

Ich denke und erlebte es völlig anders: „Wer bin ich zu beurteilen, was wen traumatisiert und was nicht?“

 
Bei meiner Beispiel-Klientin war ihr vermeintliches „Das ist doch nichts – Thema“ sehr intensiv  zu bearbeiten – ihrem Fall sowohl körperlich, als auch mit dem Verstand und auch unterbewusst.
Und…auch für den Fall, dass es sich abgedroschen anhört…es freut mich so sehr zu sagen: Meiner Klientin geht es jetzt bereits viel besser.
Endlich.
Nach jahrelanger Arbeit bei Kollegen – natürlich am „Nichtpudelskern-Thema“ – und somit mit nur minimalem Erfolg.

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