Ich habe es satt oder: Mein Warum

Ich habe es satt oder: Mein Warum

Ich habe einfach die Nase gestrichen voll.

Voll davon, dass es Menschen, denen es richtig dreckig geht, nicht geholfen wird.

Dass sie von Therapie zu Therapie eiern.

Stationär, ambulant, Tagesklinik.

Und dass all das weder hilft, sondern im Gegenteil, es oft sogar noch schlimmer macht.

Retraumatisierungen, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit.

„Bin ich so ein schwerer Fall?“

„Bin ich ein hoffnungsloser Fall?“

„Bin ich ein so außergewöhnlicher, besonderer Fall?“

„Keiner versteht mich, keiner sieht mich, keiner hilft mir.“

„Ich bin nicht okay so, wie ich bin.“

„Ich fühle mich allein auf dieser dunklen Welt.“
Und speziell Menschen mit Traumafolgestörungen kennen genau das.

Ich bin, wie ich bin.

Wisst ihr, all das kenne ich auch, hat mich stets tief geprägt.

Weil:
Ich bin, wie ich eben bin.

  • Als Kind schon besonders, weil ich mich als 2Klässlerin bereits in eine ausgestoßenes Nachbarmädchen hineinfühlen konnte. Was zur Folge hatte, dass ich ebenfalls von den Nachbarskindern vom Spielen ausgeschlossen wurde. Ich war anders.
  • Als Teenager ausgegrenzt, weil ich eben nicht jeden Trend mitmachte, sondern mit eigenem Kopf und starkem Herzen den Abfälligkeiten der Anderen trotzte.
  • Als junge Frau mit wachem Geist und Mut eben nicht den vorgegebenen Weg zu gehen und den sicheren Beamtenjob zu wählen. Gegen den Strom zu schwimmen und eine Existenzgründung zu wagen – Gott sei Dank mit einer kompletten Erdung und Zuversicht in mir. Voller Glaube an mich selbst. Denn sonst wäre ich in der Zeit der Existenzgründung und der Enttäuschung durch andererleuts Unverständnis wohl zerbrochen.
  • Um dann festzustellen, dass ich schnell bin im Kopf. Dass so viele Menschen auf meine Abstraktionsfähigkeit überfordert reagieren. Dass ich auch (nicht nur) dadurch wenige, aber sehr, sehr tiefe Freundschaften pflege. Dieser Gedankensturm im Kopf, der ist Fluch und Segen zugleich: Ich kann so schnell kombinieren, mit wachem Geist zuhören, punktgenau therapieren und coachen. Gleichzeitig gibt er selten Ruhe, dieser Sturm. Ich bin da halt besonders.
  • Als erwachsene Frau stellte ich fest: Während Kollegen traumatisierte Menschen ablehnten und während Kollegen niemals mit Angehörigen arbeiteten, tat ich genau beides. Mein Mann erfüllt hier beide Kriterien. „Wie kannst du nur?!“, wurde ich von besagten Kollegen gefragt, und das durchaus abwertend. „Weil es geht,“ dachte ich, „ich bin eben anders als du. Und weil ich will.“ So dauerte ist nicht lange, und selbige Kollegen fragten: „Wie machst du das bloß?“
  • Nun als Mittvierzigerin spüre ich zusätzlich sehr bewusst, dass ich scheinbar mehr wahrnehme als der „Durchschnittsbürger“: Vielleicht ist es Empathie, vielleicht Spiegelneuronen, vielleicht aber auch so viel mehr. Ich weiß nicht, was es noch mehr gibt zwischen Himmel und Erde als das, was wir greifen und begreifen können. Doch ich merke: ich reagiere, fühle, nehme auf und wahr. Auch hier…scheine ich strange, anders, besonders.

Logisch, dass auch im mich immer wieder fragte: „Was ist nur los mit mir? Bin ich so anders? Wieso versteht mich niemand?“

 

Ich bin dankbar sagen zu können, dass ich nicht zu den komplex traumatisierten Menschen gehöre. Diese Erfahrung geht mir ab. Was vielleicht für die professionelle Ausübung meines Jobs auch gut so ist.

Doch auch ich bin geprägt durch Erlebnisse, die „was mit einem machen“. Die mich schwer, hilflos, außergewöhnlich und allein fühlen ließen.

 

Mittlerweile kenne ich meine Wege der Ruhe, aus denen ich je nach Situation auswähle. Ich kenne meine eigene „Therapie“ für mich selbst. Ich habe meine innere Sicherheit und umgebe mich stets nur mit Dingen, Menschen, Situationen, die mir auch eine äußere Sicherheit schenken. Ich habe Wunden in Heilung gebracht und akzeptiert, dass ich besonders, anders bin. Und weiß nun auch, dass ich genauso gut bin. Mit all den Prägungen. Sogar wegen der Erlebnisse. Eben besonders wertvoll.

Ich habe die Nase voll davon, immer wieder wahrzunehmen, dass andere besondere Menschen stets in Hilflosigkeit und Retraumatisierung „baden“ müssen und darin unterzugehen drohen. Kostbare Menschen mit wertvollen Seelen. Ja, mit Prägungen, Schmerzen, Wunden in selbiger.

 

So soll sich niemand mehr fühlen müssen, der es nicht will!

Und genau deshalb möchte ich mit diesen Menschen arbeiten.

Mein Ziel und mein Wunsch

Mein Ziel und mein Wunsch ist es, dir, Ihnen und euch dabei zu helfen, dies ebenso zu erreichen.

Ich möchte euch all das, was ich in meinem Leben gelernt habe, zur Verfügung stellen:

 

  • Besondere Empathie (wahrgenommen durch meine Ausgrenzung in frühen Kinderjahren
  • Starke Erdung und geistige Stärke (das erste Mal gespürt als gemobbter Teenager)
  • Starker Glaube an das eigene Selbst (meine Ressource in der Entscheidung gegen die Verbeamtung)
  • Wacher Geist mit Gedankenstürmen für punktgenaue Prozesse (entstanden aus der Besonderheit der anderen Denkgeschwindigkeit)
  • Das ganz besondere Fühlen (und sich so leiten lassen, auch durch Therapieprozesse)
  • Das bei-sich-bleiben, in der eigenen inneren Sicherheit, ganz egal, was außen „tobt“ (wie bei der Arbeit mit meinem Mann und seiner Familie, die ja nun auch meine ist). Für meine Klienten. Aber AUCH für meine Kollegen. Sodass ich gern mein Wissen und mein Wie weitergebe. In Weiterbildungen und Vorträgen.

 

Ganz egal, was passierte. Ganz egal, was das Symptom ist, was dich plagt. Ob „Hummelpieks“ oder „Mammutangriff“. Egal, ob kleine Prägung oder tief gehendes Trauma.

 

Weg von Ausweglosigkeit, hin zu Hoffnung. Weg vom Schmerz, hin zum Leben. Weg von Starre, hin zur wachen Bewusstheit. Über Akzeptanz bis hin zur (Selbst-) Liebe.

 

Und ich möchte, dass auch du wächst. An deinen Erlebnissen. So wie ich.

 

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