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Dringender Buchtipp – mit Gastbeitrag der Autoren

Heute gibt es wieder einen Gastbeitrag für alle, die

  • gute Bücher lieben
  • Neugierig auf Psychologie, Zukunftsvisionen, eine besondere Art der Traumatherapie sind
  • die Idee, dass Seelen sich wieder begegnen faszinierend finden
  • ahnen, dass es wahre Liebe gibt
  • sich selbst in guten Romanen wiederfinden…

…und dann auch noch einen Einblick in das Leben eines Autors gewinnen wollen.

 

Zufälle – gibt es das? – Vorwort von Sandra Schlautmann

Normalerweise kommentiere ich keine Gastbeiträge, doch an dieser Stelle möchte ich ein Vorwort schreiben.

Durch Zufall (gibt es das?) begegneten sich zwei Autoren und ich.

Komplett unterschiedliche Tätigkeitsfelder – und doch so viel gemeinsam:

Wir wollen gut tun, befreien, Lebensqualität erhöhen und Lächeln schenken.

Wir leben für das, was wir tun.

So sehr, dass manchmal, wie Sie hier lesen werden, Geld sekundär ist.

Kurzum: Wir wollen nur eines: Die Welt zu einem besseren Ort machen – jeder von uns nur auf seine Weise. Und dennoch mit Herz und Leidenschaft.

Zig Gründe, diese bezaubernden Menschen um einen Gastbeitrag zu bitten
(ja, in diesem Fall bat ich darum).

Also freuen Sie sich drauf.
Von wem ich spreche, um welches Buch es geht, welche Berührungspunkte sowohl Sie als auch ich mit der Geschichte haben werden, all das lesen Sie jetzt:

Gastbeitrag von Syvia und Marcel Schneider, Autoren des Buches „Herzmalerei“

Liebe Leserinnen und Leser von Sandras Blog,

wir, Sylvia und Marcel (Syma) Schneider sind Autoren und haben im September 2019 den Roman „Herzmalerei“ veröffentlicht. Sie werden sich vielleicht fragen, warum gerade wir einen Gastbeitrag in Sandras Blog schreiben.

Folgende Annahmen sind definitiv falsch:

  • Das Lesen unseres Buches löst ein Trauma aus
  • Wir sind griesgrämig und negativdenkende Menschen und wollen das allen weiter vermitteln
  • Der Roman und die Geschichte sind die beste Schlafmedizin
  • Die Hauptperson im Roman ist die Psychologin Zenia, aber eigentlich ist es die Geschichte von Sandra Schlautmann

Nun, was ist denn der wahre Hintergrund – die Herzensangelegenheiten
Diese Buchprojekt war für Sylvia und mich eine Herzens-Angelegenheit. Mit viel Leidenschaft haben wir über vier Jahre an diesem Roman geschrieben. Wir wussten von Beginn an, dass wir damit höchstwahrscheinlich nie viel Geld verdienen können, da wir Autoren pro verkauftem Roman genau 0,70€ erhalten. Wenn man bedenkt, dass man mit 10.000 verkauften Büchern bereits an der Bestsellerliste kratzt, muss man auch ohne Wirtschaftsstudium erkennen, dass man damit nicht reich werden kann. Also, was war denn unsere wirkliche Motivation?

Unser Herzenswunsch war es, möglichst viele Menschen zu erreichen und ihnen Freude und glückliche Stunden zu schenken.

Und hier beginnen die Parallelen zu Sandras Arbeit und Ihnen.

Jedes positive Erlebnis ist ein wertvoller Tropfen für die Seele. Wir sind alle unbeabsichtigt und oft negativen Ereignissen und Druck ausgesetzt. Und egal wo wir im „Launometer“ zwischen -10 und +10 gerade stehen, es braucht für uns alle einen Ausgleich. Und noch mehr, es braucht den kontinuierlichen Aufbau der Laune durch positive Erlebnisse und Erfahrungen, damit wir nicht nur existieren, sondern das Leben mit Glück und Freude genießen können. Das ist eines der übergeordneten Ziele unseres Lebens, welches mit persönlichem Engagement und Mut erreicht werden kann. Da schließt sich der Kreis unserer Geschichte im Roman zur Hilfe, die Sandra anbietet und zu Ihnen.

 

Worum geht es denn eigentlich in unserem Buch?

Im Kern ist es eine Liebesgeschichte der jungen Psychologin Zenia, die unter mysteriösen Umständen Zugang zu ihrer Seele erhält. Dabei realisiert sie, dass sie schon in mehreren Leben immer wieder dieselbe Seele geliebt hat. Da sie aktuell sehr unglücklich ist, geht sie auf die Suche nach dieser Seele. Vielleicht findet Zenia sie, vielleicht auch nicht. Sie trifft dabei auf den geheimnisvollen Sträfling Nael, und plötzlich gehen viele und spannende parallele Handlungsstränge auf. Zenias Leben scheint total aus den Fugen zu geraten. Doch ihr Mut, etwas zu verändern, öffnet ihr neue Perspektiven und verstärkt die Hoffnung, ihr Glück zu finden.

Wir wollen von der Geschichte natürlich nicht zu viel verraten, aber auch hier gibt es wieder viele Parallelen zu Sandra und Ihnen.

Auch in unserer Geschichte gibt es eine Art „Regression“, und Zenia reist in die Momente zurück, die sie so unfassbar geprägt haben und im Unterbewusstsein kleben. Zenia erlebt die Rückführung als bereichernd, positiv, befreiend und Hoffnung spendend. Nicht jeder in Zenias Umfeld versteht was sie tut, und einige verurteilen das sogar. Aber Zenia hat den Mut, diesen Weg zu gehen und ihr Leben wird bereichert, und sie wächst dran.

Wir wünschen uns so sehr, dass wir mit „Herzmalerei“ auch Ihr Herz berühren können. Wir hoffen ein bisschen dazu beitragen zu können, dass Sie Ihre Seele baumeln lassen und einige wundervolle Stunden genießen können. Und vielleicht löst es auch bei Ihnen etwas aus… was wir Ihnen von Herzen wünschen: Glück und Hoffnung!

 

Nachwort (ich kann nicht anders):

Das, was Syma Schneider in ihrem Buch schreiben, eine Hauptdarstellerin voller Mut, ihren eigenen Lebensweg zu gehen, an den Beschwerlichkeiten zu wachsen, um dann sogar möglicherweise ihr Traumleben zu leben, das könnten auch Sie sein.
Ich wünsche Ihnen und mir nichts mehr, als dass Sie genau diesen Mut ebenfalls aufbringen.
Er ist bereits in Ihnen. Er ist Teil von Ihnen.
Nur zu! Ran an die Befreiuung und willkommen in Ihrem Traumleben.

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Klienten-Gastbeitrag: Meine 5 wertvollsten Tipps, damit auch eure Therapie ein Erfolg wird!

Oder:

Ich bin endlich ich. Und mein Leben ist ein Traum!

 

Hallo, ich bin’s wieder,  Bettina. 

Eine, die sich nichts mehr wünscht, als andere Menschen aus ihren eigenen Fehlern lernen zu lassen. Dieser Gastbeitrag ist der zweite seiner Art. Und mein Dank meines Coaches Sandra mein ganz persönlicher Weg, der Welt gut zu tun – und jedem einzelnen Leser hier.

 

Im ersten Beitrag in diesem Blog ging es um die beklopptesten 5 Dinge, die ich bezüglich meiner (psychischen) Gesundheit jemals tat.

Doch was war mein Ausweg?

Was ist jetzt anders?
Warum bin ich jetzt bereit und nicht damals? Warum ist bzw. war warten für mich immer die bessere Alternative, als selber Geld in die Hand zu nehmen? Ich investiere darin doch für mich, für mein besseres Leben, für mein ICH. Warum habe ich nun schon insgesamt 2 1 /2 Jahre Psychotherapie hinter mir?
Sehr bekloppt, oder? Verschenkte Lebenszeit.

 

Ich verrate es euch.

 

Mein Ausweg

 

Tipp 1: Besiege deinen Dämonenfresser

 

Weil natürlich das ungute Gefühl hochkommt “die wollen doch alle nur mein Geld.” Ich sehe die Dämonen, wie sie sich mein Portmonee schnappen, alles Geld rausziehen und ich sitze weiter deprimiert rum.

 

Tipp 2: Kalkuliere fair –  Ein offener Blick in mein Portmonee

In der Vergangenheit habe ich bereits viele schlechte Erfahrungen gemacht, wenn ich aber ehrlich bin sogar viel mehr schlechte Erfahrungen mit Ärzten – die für mich quasi kostenlos waren. 

Aber hängen geblieben sind nur die Erfahrungen, wofür ich Geld bezahlt habe. Eine Kosmetikerin hat mir und meinen Eltern zig hunderte an Euro aus der Tasche gezogen, weil wir mit meiner starken Akne verzweifelt waren. Die Behandlung ist fehlgeschlagen, es wurde alles viel schlimmer und so musste ich in die Hautklinik, Ärzte haben sich nicht mehr dran getraut. 

Das hat bei mir gesessen. 

Aber das normale Hautärzte über Jahre mir diverse Creme´s, Tabletten, Lichttherapie und was auch immer verordnet haben, habe ich vergessen. Dazu all die Cremes und co von Drogerien und Apotheken – günstig war das definitiv nicht. Aber da das immer wieder nur kleinere Beträge waren, bleibt es nicht langfristig im Gehirn haften.

 

Jetzt bin ich wieder an einem Punkt. Die Krankheit ist wieder da, Akne, die meine Depression wieder aus der Versenkung holt. 

Und wieder warte ich lieber auf einen Termin bei einem normalen Arzt, leider darunter anstelle zu einer privaten Praxis zu gehen und sofort behandelt zu werden. 

Doch jetzt ertappe ich mich dabei selbst und weiß: Nicht mehr mit mir!! 

 

Tipp 3: Don’t sit and wait! Brich aus, aus den gesellschaftlichen Mustern

 

Die Gesellschaft lebt es einem vor. Warten wird akzeptiert. 

Um nochmal zurück zu der Frage zu kommen, warum man kein Geld für seine Gesundheit in die Hand nimmt, dann kann ich das nur damit beantworten, dass in meiner Umgebung das nie vorgelebt worden ist. 

 

Und jetzt, jetzt bin ich soweit, dass ich nicht mehr warten will. 

Warten auf ein glücklicheres Leben, warten auf das Ende der Depression, warten auf Hilfe, warten auf das Glück, warten auf das ICH sein? Ist es das wert? 

 

Tipp 4: Das Leben zurück kriegen: UNBEZAHLBAR – eine ehrliche Rechnung

Hätte ich mich eher getraut Geld für mich zu investieren, und da meine ich nicht die Ohrringe, das hübsche paar Schuhe oder gar ein neues Smartphone, dann hätte ich mir bei der Behandlung meiner Depression die 4 Jahre (Wartezeiten  plus Therapie, krass, wie lange das ist!) in nur ein halbes Jahr packen können. 

Rechnet man sich die Zeit und die Wege, die man fährt aus, so ist man günstiger unterwegs, wenn man sich sofort Hilfe holt, auch wenn es etwas kostet.

Ratschlag 5: Sei mutig! Es zahlt sich aus

All die Tränen und “ich kann nicht mehr” hätte ich mir in den letzten Jahren sparen können. Aber dafür benötigt man Mut. 

Denn wenn man sich privat Hilfe holt, lässt man jemand anderes sofort in die Seele schauen. 

 

Ich kann mich noch gut erinnern:

Meine erste Hypnosesitzung bekam ich noch geschenkt. Natürlich bei Sandra Schlautmann. Das Vertrauen war da. 

 So schnell und so tief, wie ich darin versunken bin, wie schnell meine Gefühle mich übermannt haben, wie schnell wir in nur einer Sitzung ein Thema abarbeiten konnten und wie positiv-fertig ich nach der einen Sitzung war. 

Ich war verstrahlt und glühte nach. 

 

Im Vergleich dazu habe ich meine Therapeutin, die von der Krankenkasse bezahlt wurde, nie so tief in mich hineinblicken lassen. Da flossen auch mal das eine oder andere Tränchen, aber die Emotionen waren nie so ehrlich und rein wie bei der Hypnose. 

 

Fazit

 

Natürlich muss sich jeder diese Frage selber stellen. Ob er weiter warten will. Lieber Umwege gehen anstatt den direkten Weg zu seinem Traumleben. Ob er auch all die Fehler machen möchte, wie ich es tat.

 

Meine Bitte

 Wie ich schon im ersten Blogbeitrag schrieb:
Die meisten Praxen bieten kostenlose oder vergünstigte Erstgespräche an. Nutzt sie! 

 Ich habe gelernt: Diese Juwelen unter den Coaches und Therapeuten schenken euch eure Zeit – behandelt sie daher wertschätzend. 

 

Ich weiß nun: Wenn man sich mal eine Zeitlang die Kleinigkeiten, die man sich sonst gönnt, mal aufspart und für das komplette ICHsein investiert, wird man das Leben endlich wieder für lebenswert erachten. 

 

Mein dringender Appell:

Hört auf zu warten, wenn es euch schlecht geht!

 Besonders, wenn es um die Psyche geht. 

 

Es ist es einfach nicht wert. Das Geld tut zwar kurzzeitig weh, aber die gesunde Psyche sollte es einfach wert sein. 

 

Mal von dem ausgetrampelten normalen Weg abweichen und schauen, was sich hinter der nächsten Biegung versteckt. 

 

Jede Reise kostet etwas, aber diese Reise zum Ich und ins eigene Leben sollte es einem doch wert sein, oder?

 

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Warum die meisten meiner Kollegen versagen

„Ich weiß nicht, wie du das machst.“

Das sagte mir eine Klientin. Dabei war sie: überrascht, fasziniert, und ein Stück weit ungläubig.

Um ehrlich zu sein: So ganz bewusst habe ich mich das selbst nie gefragt.
Wie mache ich „das“ eigentlich? Und was ist anders als bei meinen Kollegen?
Wieso kommen immer mehr Menschen mit (erfolgloser) Therapieerfahrung zu mir?

Also begab ich mich auf eine kleine Reise in mich selbst. Auf der Suche nach einer Antwort. Für Sie, für euch, für mich.

Was ist eigentlich das „Das“?

Was meine Klientin meinte:

Ich treffe den Punkt.
Und das scheinbar außergewöhnlich schnell.
Ich sorge für ein Aua. Das Aua der Erkenntnis.
Ja, das führt zu Tränen, Wut, Scham oder ganz anderen Emotionen.
Ich schaffe dann ein Wir. Damit WIR (nicht die Klientin allein) das Trauma, die Emotionen, die Ursache für das Aua abfließen lassen.
Ich begleite dabei. Spende Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit, Kraft.
Ich sorge für Befreiung.
Und somit für ein freies, selbstbestimmtes Leben voller Lächeln.

Wenn ich jetzt sage, dass es im Falle dieser Klientin innerhalb eines einzigen Termines geschah, dann ist das wahr. Und es ist kein Einzelfall.

Und ich glaube, das gelingt mir, aus einer Kombination von mehreren Dingen:

Der Unterschied: Ich spüre. Flexibel und dynamisch – statt statisch und genormt

Fixe therapeutische Methoden, vorgegebene Strukturen, Abläufe, Aussagenbäume und Co sind mir ein Begriff. Habe ich gelernt. Allein beim Schreiben muss ich schon gähnen.

Während andere Kollegen sich primär an genau dieses Gelernte, Strukturierte, Halt Gebende halten, breche ich aus:

Ich spüre.
Ich „empathiere“, gehe also in die Resonanz mit meinen Klienten, nehme das Nonverbale auf. Mikroexpressionen, kleine Muskelzuckungen, vielleicht auch energetische Veränderungen.
Ich schwinge nicht mit,  trotz und gerade wegen dieser intensiven Empathie. Das ist wichtig. Denn nur ein stabiler Coach ist ein guter Coach. Und kann so lenken, leiten, auflösen.

Das Ergebnis: Schier unfassbare Zusammenhänge

Ich erkenne unfassbar schnell Zusammenhänge, die manch anderer gar nicht blickt. Oder eben erst nach zig Therapiesitzungen. Die Warums. Die Themen dahinter. Die versteckten Wunden. Kurz: Die Ursachen.

Auch entscheidend: Ich vertraue.

Ich vertraue komplett. Und gebe mich  auch ein Stück weit hin.
Ich vertraue dem Prozess. Meinen Methoden. Meinen Klienten.
Denn, so glaube ich wirklich, ich fühle mich „geführt“. Und zwar eben NICHT durch Schemata und starre Therapiemethoden.

Es mag esoterisch anmuten, ich meine es aber ganz und gar nicht so. Ich glaube, ich bin genau deshalb auf dieser Welt. Um schnell zu helfen. Indem ich schnell Zusammenhänge erkenne. Und die Wurzel des Auas spüre.
Irgendwoher muss dieser bemerkenswerte Instinkt ja kommen. 😉

Bei all dem, lieber Leser, bildet natürlich die eingangs fachliche Expertise eine fundamentale Grundlage. Bei Bedarf findet dieses dröge Schema-F auch seine Anwendung.

Ich arbeite nur eben nicht primär rational.

 

Das ist es einfach, warum und wie ich „das“ mache.
Mehr noch.

Das ist es, warum ich „das“ liebe.

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Das Trauma-Paradoxon oder: Haste eins, willste eins.

Provokanter Untertitel? Stimmt. Und dennoch für viele meine Klienten so wahr. So bedauerlich, oft unbewusst und dennoch zutreffend. 

Aus meiner Praxis

Ich möchte heute berichten:

Manchmal sind Probleme und Päckchen im doppelten Sinne ein Arschloch.
Nicht nur, dass sie einem das Leben schwer machen. Als würde das nicht schon reichen. Man wünscht sich nichts mehr, als all den Ballast endlich los zu werden. Um frei zu sein. Doch irgendwie kleben diese Probleme an einem wie Pech und Schwefel.

Und manchmal…da wird es ganz besonders furchtbar. Nämlich dann, wenn man selbst noch nichtmal MERKT, wie sehr das Päckchen klebt und wie GERN es einfach bleiben möchte. Wie gern es Teil von einem sein möchte.

Denn…sehr mies…manchmal SIND diese Päckchen bereits Teil von einem selbst. Teil unserer Persönlichkeit. Teil unseres Ichs.

Ich erlebe immer mehr Klienten, die sich selbst verloren haben. Nicht mehr wissen, wer sie sind. Sich innerlich tot fühlen. Oder fremd. Das Trauma wird omnipräsent. Die Persönlichkeit verblasst.

Gute Freunde oder eine liebende Familie spiegeln dann gern, wie man ist. „Du bist ein wunderbarer Mensch.“, „So hübsch.“ etc. Doch das reicht nicht.

Wir Menschen definieren uns nicht nur über dieses sogenannte Fremdbild.

Ein klares Selbstbild, Eigenwahrnehmung und Selbstbewusstsein ist essenziell für ein geerdetes und gesundes Ich.

Wenn das Trauma jedoch so dominant ist, dass es sich komplett in einem breit macht, verblasst das Ich. Oder verstummt. Oder, mehr noch, das Trauma nimmt allen Raum ein, dass gefühlt kein Ich mehr bleibt. Leere, Tod in einem drin.

Das Trauma-Paradoxon

Wenn das geschieht, entsteht beachtenswertes ein Paradoxon:

Das, was wir einerseits unfassbar hassen, was uns lähmt, leert und sich tot anfühlt. Das, was wir unbedingt loswerden wollen. Das entwickelt eine Eigendynamik in unserem Ich. Und eine Daseinsberechtigung. Denn es füllt uns aus, scheint uns zu charakterisieren. Wir denken, wir SIND das Trauma. Und so bekommt es einen Nutzen. Und kann (und darf) daher nicht „einfach so“ verarbeitet werden.

Denn was geschieht, wenn wir uns über unser Trauma, unsere Verletzungen und Erlebnisse zu definieren beginnen, während unser eigenes Selbstbild so arg verschütt ist?

Was ist, wenn dann fast rücksichtslos-ruppig, am „Trauma-Stachel“ in der Wunde gezogen wird?

Was geschieht, wenn das entfernt wird, was alles zu sein scheint, was man ist?

Genau.

Es bleibt ein Nichts, ein Niemand, eine zerstörte Persönlichkeit.

Aber speziell tief Traumatisierte stehen sich meist aufgrund dessen bei ihrer Genesung selbst im Weg.

Aus Angst vor der gefühlten Leere und dem Nichts, definiert sich ihr Unterbewusstsein (ja, das geschieht meist unbewusst) sehr über das Trauma, den Schmerz, die Verletzung.

Ähnlich, wie ein impulsives Kind manchmal auffällig wird, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Weil es lieber Aufmerksamkeit durch Bestrafung erlangt als gar keine Aufmerksamkeit.

Und aus genau diesem Grund hindert das Unterbewusstsein mancher Klienten uns beide daran (also Klient und mich), flugs das Trauma zu verarbeiten.

Dabei ist es eigentlich eine gesunde Reaktion, an dem festzuhalten, was man ist.

So möchte auch ich weiterhin überzeugt davon sein, eine charmante, intelligente Kompetenz in meinem Gebiet zu sein 😉

Ein Ausweg aus dem Trauma-Paradoxon mitsamt Ziel

Der Plan ist also nun der, das Trauma-Paradoxon aufzulösen.

Dies geschieht am erfolgreichsten durch eine Kombination aus Übungen für den Verstand und aus Interventionen für das Unterbewusstsein.

Und dies unter Anleitung eines Trauma-Coaches deines Vertrauens.

Das Ziel ist es, das Ich wieder zu wecken, es frei zu legen, es wieder zu beleben. Denn es IST da!
Tief verschüttet oder verschubst.

Wenn das eigene Ich wieder mehr Raum einnehmen kann, darf das Trauma gehen. Dann dürfen wir den Dorn ziehen. Und die Seelenwunde darf heilen.

Wie das geht:

Die Übungen

Für die Ratio:

Die Trauma-Paradoxon-Übungen ( Download-Link) können allein, mit Hilfe eines Freundes, am besten jedoch mit einem Coach / Therapeuten durchgeführt werden. Sie  bedienen unseren Verstand.

Sie laden ein zum Recherchieren, Nachdenken, Analysieren und Träumen.

Sie machen uns Dinge bewusster und bieten, wenn sie allein ausgefüllt wurden, auch eine solide Grundlage für den nächsten Termin mit einem Coach.

Selbstreflexion, Mut und grundehrliches Hinschauen ist zwingend erforderlich. Ohne geht es nicht.

Und danach?

Für das Unterbewusstsein:
So vorbereitet geht es ab zum Traumacoach: Entdeckte Glaubenssätze werden gemeinsam überprüft, weitere gemeinsam entdeckt, limbisch runterreguliert und einsortiert.

Das Coaching

Und die Bahn ist frei für die weitere Traumaverarbeitung. Im Einzelsetting mit einem Traumacoach oder -Therapeuten.

Dies geschieht dann so individuell, passgenau und on point, dass es zwar anstrengend ist, aber befreiend. In welchem Tempo? Das bestimmt in meinem Trauma-Coaching immer der Klient. Der Umgang mit dem Gaspedal ist enorm maßgeblich für den Erfolg. Manche Klienten lieben das Schritttempo. Andere bevorzugen den Turbo.

Fazit:

Ganz egal, ob mit oder ohne häusliche Vorbereitung. Ganz egal, in welchem Tempo, völlig egal, was für Themen bewegen und wie sehr sie auf dein Ich eingreifen:
Es GIBT einen Ausweg. Es gibt eine Befreiung. Und die Chance auf eine Wiederentdeckung deiner und Ihrer selbst.

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Wie man mit einem Augenzwinkern Traumata bekämpft

4 Wies und 5 No-Gos

 

 

„Danke, das hat Spaß gemacht.“, sagte neulich eine Klientin zu mir, zum Abschied an der Tür.

Wenn nach der Verarbeitung eines Missbrauchs-Themas eine Klientin so etwas zu mir sagt – dann muss definitiv irgendwas richtig gelaufen sein. Und zwar sehr richtig.

 

Viele Klienten kommen mit heftigen Themen zu mir. Schwer, erdrückend, einsperrend.

Vielleicht mögen manche Leser denken:
Was bildet sich die Schlautmann ein, über so etwas lachen zu können?

Respektlos!

Nimmt die ihre Klienten mitsamt der Schwere ihrer Themen nicht ernst?

 

 

Ich sehe es komplett anders:

Wer nicht lacht, nimmt das Wunderbare des Lebens nicht ernst. Zollt dem Leben nicht den gebührenden Respekt. Das Leben ist ein Geschenk.

Wir nehmen uns und unsere Probleme zu oft viel zu ernst, geben ihnen eine Macht, die sie nicht verdienen. So übernehmen die Probleme unsere Kontrolle. Wir werden zu Opfern der Probleme, Opfer unserer selbst, handlungsunfähig.

 

Ein wichtiger Aspekt meines Tuns ist es daher, gemeinsam mit Ihnen auszubrechen aus Ihrem metaphorischen Gefängnis. Handlungsfähig zu werden. Die Kontrolle über das Leben, über die eigene Zufriedenheit und, ja, auch über das eigene Lächeln zurück zu erlangen.

 

 

Vorneweg:

Als ein ganz besonders starkes Element des Trauma-Coachings stochern wir NICHT analytisch-statisch-schwer in der Bedrohlichkeit des Traumas.

Trotzdem bekommt das prägende Trauma, der Klient und seine aktuelle ernsthafte Situation die Beachtung, die es verdient. Respektvoll und wertschätzend.

Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Wer zudem noch lernt zu augenzwinkern, anfangs distanziert und ungläubig. Gegen Ende mit Freude. Der erhält sein Lächeln zurück. seinen Weg hinaus aus der Dunkelheit. Hinein in die Aktivität und Handlung.
Hinein ins Leben.

Ganz egal, was einmal war.

Wie das geht:

Ähnlich wie beim provokativen Coaching auch bedarf die Kombination von Augenzwinkern und Trauma sehr viel Fingerspitzengefühl, Offenheit und Erfahrung.

1) Die Ernsthaftigkeit muss erhalten bleiben

Klienten, die sich ausgelacht oder gar durchgeschleust fühlen, die gibt es bei mir nicht.

Im Gegenteil.

Sie spüren in jeder Sekunde, wie ernst mir ihre Themen und ihr Seelenheil ist. Denn das aktuelle Thema stellt ein großes Problem dar. Mitunter sogar ein extrem großes. Da ist ausreichend Respekt, Ernsthaftigkeit und ausreichend Zeit selbstredend.

Wichtig:

Es gibt für mich kein objektiv gesehenes „richtig großes“ Problem. Völlig losgelöst von der ICD-10. Welches Erlebnis wie stark seine Spuren in der Seele hinterlässt, das hängt von vielen Faktoren ab.

2) „Ich habe die Macht, meine Probleme zu entmachten.“,

Ein weiterer Satz eines meiner Klienten – und er ist so wahr.
Durch die Fähigkeit des Augenzwinkerns werden neuronale Verknüpfungen im Gehirn befeuert, die nicht nur das Erlebte verkraftbarer machen. Sie sorgen auch für mehr Handlungsfähigkeit. Und für Kontrolle über sich selbst.

Gekoppelt mit der Erkenntnis, die Macht in sich zu haben, wird das Augenzwinkern zu einem starken Werkzeug im Trauma-Coaching.

3) Sich selbst mal nicht so bierernst nehmen

Jedes respektvoll-wertschätzende Betrachten des Traumas, bei dem wir es gleichzeitig nicht ausschließlich so ernst nehmen, intensiviert diese neuronale Datenautobahn, baut sie aus. Hin zu mehr Leben, Schmunzeln, Zufriedenheit.

4) Posttraumatischer Wachstum – ein Trauma als Chance

Was sich jetzt noch paradox liest, ist ein wissenschaftlich nachgewiesenes Phänomen: Wir können an den schlimmsten Erlebnissen wachsen.

Ein Trauma – Coaching mit Augenzwinkern schafft es, dass Sie herauskommen aus Ihrer starr-analytischen Denk- und Gefühlsspirale.
Dann können wir deutlich leichter die daraus entstandene Stärke erkennen und für uns zu nutzen lernen.
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, lesen Sie gern meinen dazugehörigen Blogartikel.

 

Ein großes ABER: Wichtige Voraussetzungen und No-Gos

Ein Trauma-Coaching mit Augenzwinkern ist nicht Jedermanns Sache.

Es ist nichts für

1) Coaches, ohne Trauma-Erfahrung

Erfahrungsgemäß hat sich ihr Fingerspitzengefühl noch nicht ausbilden können – zu schnell kann die für sie bis dato erfolgreiche humorvolle Leichtigkeit dazu führen, dass Klient und Trauma ungewollt ins Lächerliche gezogen werden.

2) Coaches, die sich nicht gut abgrenzen können

Empathie und Mitschwingen sind wertvolle Voraussetzungen für das Augenzwinkern-Fingerspitzengefühl. Ein absolutes No-Go ist jedoch ein mit-leidender Coach / Therapeut.

3) eine Coach-Klient-Beziehung ohne sehr guten Rapport

Ein gutes Beziehungsgefüge ist die essenzielle Basis dafür, dass der Klient sich wohl fühlt und das Trauma-Coaching Früchte tragen kann.

4) ein Klient mit Faible für die klassische Psychotherapie

Er möge bitte den klassischen Weg wählen.

5) eine Drama-Queen / ein Drama-King

Ja, wir dürfen uns in unserem Elend auch mal suhlen. Doch nur ein Blick nach vorn ermöglicht eine Traumaheilung durch einAugenzwinkern. Die Bereitschaft zur Beendigung eines Dramas ist essenziell.

 

 

 

All die Wies und noch viel mehr genoss die eingangs zitierte Klientin kürzlich gemeinsam mit mir.

Und, ja, liebe Klientin auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

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Hingehen statt weglaufen…oder warum eine Traumatherapeutin Glückscoach wird.

Trauma und Glück – passt das überhaupt zusammen?

Ohja, sehr gut sogar.
Auch wenn ich hier eher von Zufriedenheit und Lebensqualität sprechen möchte.

Denn:

Traumatisierte Menschen haben, je nach Schweregrad des Traumas, teilweise nur das Ziel, sich aus ihrem emotionalen Gefängnis zu befreien.

Sie möchten weg von Angst, Panik, Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit.
Genau wie viele gesunde Menschen eben auch.

Sie möchten in die Handlung kommen. Um selbst steuern zu können. Zu leben, (sich) zu lieben, zu sein.

Hin zu bewussterem Leben, bewussterer Selbstwahrnehmung, selbstgesteuertem Handeln.
Wie du vielleicht auch?

Ich erlebe es oft, dass mich Klienten bei vorangeschrittener Therapie fragen:

„Und jetzt?“

„Was geschieht zwischen den Terminen? Wenn ich alleine bin und Sie nicht da?“
Genau dann setze ich u.a. die Tools der Glücksbox ein. Therapiebegleitend.
Jedoch stets unter gewissenhafter Vorbereitung in der Therapie. Mit sorgfältigster, individueller Auswahl. Und penibler Einweisung.

Denn wenn der Klient gelernt hat, seinen Körper und seine potenziellen „Frühwarnsysteme“ wahrzunehmen, gerade dann hat es sich als wertvoll herausgestellt, dem Klienten Kontrolle über sich selbst zu schenken.

Hin zu Handlungsfähigkeit, Eigenverantwortung. Hin zu selbsttätiger Zufriedenheit.

Nähere Infos und Glückscoaches in deiner Nähe findest du hier:

https://www.coach-dein-glueck.de/team-glückscoaches/sandra-schlautmann/

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Posttraumatischer Wachstum

Schon einmal einen bitterbösen Brief aus dem Briefkasten gefischt – der vielleicht furchtbare Konsequenzen mit sich bringen könnte – oder auch nicht… Oder: Schon einmal das Gefühl gehabt, ungewollt schwanger zu sein? Pille vergessen und zu spät bemerkt? Schock und Panik?

Oder: Schon einmal einen Riesen-Bock im Job geschossen, so heftig, dass sich Angst und Panik breit machte – wie sage ich’s dem Chef und was passiert dann?

All dies sind Beispiele für klassische kleine „Alltagswunden“. Jeder von uns kennt sie: Man befindet sich in einer schier ausweglosen Situation. Doch dann, manchmal geschieht es, …entpuppt sich genau diese Situation als Chance. Beispielsweise schärft sich unser Blick für das, was für uns wirklich wichtig ist. Oder wir intensivieren unsere Beziehungen: Wer ist für uns da, hilft uns, lenkt uns ab in solchen Situationen? Oder wir sehen neue Wege und Perspektiven.

Wunden in der Seele – posttraumatischer Wachstum

Was ich gerade noch im Kleinen beschrieb, an Beispielen für Alltagswunden, das finden wir auch im Großen wieder. Nämlich dann, wenn wir größere traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben.

Denn:
Ganz egal, ob es sich um Wunden des Alltags handelt oder um eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), handelt sich immer um Wunden in der Seele.

Trauma“ bedeutet im Griechischen nichts Anderes als „Wunde
So hinterlassen viele Erlebnisse in unserer Seele Narben, Verletzungen. Sie können sehr traumatisch sein.

Dazu gehören auch Trennungen, Krankheiten, Jobverlust und finanzielle Bedrohungen. Es muss nicht gleich ein Kriegserlebnis sein.

Vielleicht wurde auch Ihr Leben durch Traumatisierungen schwer beeinträchtigt. Und dennoch können Sie einen Ihrer Situation angemessenen und angenehmen Zustand erreichen.

Aus dem Leben gegriffen – ein Fallbeispiel:
Die Bekanntschaft mit Herrn J.

Ich lernte Herrn J. vor geraumer Zeit in einem nicht-beruflichen Kontext kennen. Fast nebenbei erfuhr ich, dass Herr J. in jugendlichen Jahren seinen Vater durch Gewalteinwirkung verlor. Er wurde wortwörtlich zu Tode geprügelt. Nach mehrmonatigem Koma und Bangen aller Angehörigen verstarb er.

Dass dieses traumatische Erlebnis prägt und beeinflusst, dürfte Ihnen bewusst sein: Ich erfuhr von Schmerzen, Leid und Trauer. Aber auch von Auswirkungen auf die Berufswahl, von beeinflussten Werten und Moralvorstellungen und von veränderten Rollen in der Familie.

Herr J. wirkte geprägt, selbstverständlich, aber lebensfroh, gefasst, das Erlebte verarbeitet und einsortiert, geerdet usw.
Herr J. schien an all dem auch ein Stück weit gewachsen zu sein.

Das, was Herr J. hier erlebt hat, nennt sich posttraumatischer Wachstum.

Dieser Begriff wurde v.a. von Calhoun & Teschedi in den 90er Jahren geprägt (auch Posttraumatic Growth genannt). Er beschreibt ein Element der Traumatherapie und legt den Fokus auf die Ressourcenorientierung.

Kürzlich kreuzten sich unsere Wege erneut –Herr J. machte einen sehr aufgewühlt-desolaten Eindruck.

Herr J. berichtete, dass ein innerbetrieblichen Businesscoach durch seinen Chef engagiert sei, der zur Weiterentwicklung der Firma, in der er arbeitete, beitragen sollte.

Wir alle sind Menschen und keine Maschinen –  Gefahr und Wachstumschancen trotz Trauma und Retraumatisierung

Ich muss leider immer wieder erleben, dass speziell im Businesscoaching vielen Kollegen nicht klar zu sein scheint, dass ihnen dort keine „Maschine“ gegenüber sitzt, sondern ein Mensch mit Persönlichkeit, Prägungen und, ja, evtl. auch mit traumatischem Hintergrund. Die Arbeitskraft lässt sich schlichtweg nicht losgelöst von ihrer Prägung, ihren Werten, ihren Glaubenssätzen und ihren Triggern betrachten und zum „Funktionieren bringen“. Denn genau diese Dinge nehmen Einfluss auf die Arbeitshaltung, Konzentration, auf das innerbetriebliche Denken und somit auf den wirtschaftlichen Wachstum der Firma.

Wenn ein Businesscoach nicht allumfassend ausgebildet ist, kann das Wunden aufreißen, auch die scheinbar längst verheilten Narben. Es kann Schmerzen und Erinnerungen wecken, es kann wieder alles hochkommen. Diesen Prozess nennt man Retraumatisierung.

So geschah es auch bei Herrn J.: Im Businesscoaching- Prozess wurden Glaubenssätze und Trigger angesprochen, die dazu führten, dass sich Herr M. in einer Retraumatisierung wiederfand: Flashbacks, Panikattacken und Trigger (z.B. beim Fernsehen) sind nur Beispiele seiner Reaktion auf das eigentliche Businesscoaching.

Eine Retraumatisierung ist nichts Schönes, es schmerzt, wühlt auf, weckt Erinnerungen, verwirrt, ja zerstört vielleicht auch das bis dato Aufgebaute. Und, ja, eine Retraumatisierung ist ein Arschloch.

So paradox es klingen mag: Durch Trauma und Verletzung kann Gewinn und Wachstum entstehen.

Herr J. wurde durch das Wiederhochholen seiner alten traumatischen Erfahrung förmlich dazu herausgefordert, sich dem Schmerz und dem Leid zu stellen. Um zu verstehen. Auch sich selbst. Um dann daran zu wachsen.

– Gemeinsam mit seinem Businesscoach und mir wurde Herr J. sich seiner eigenen Stärke bewusst: Wir formulierten Ressourcen und herausragende Eigenschaften, die ihm sowohl privat als auch im beruflichen Kontext für Klarheit und eine Richtung sorgten.

  • Herr J.s Blick schärfte sich für das, was ihm wichtig ist: Sein Bewusstsein für das für ihn Wesentliche war geschärft. Er reflektierte mit uns, wieder sowohl im Privaten als auch im beruflichen Kontext das, was für ihn wichtig ist. Für mehr Sinnhaftigkeit.
  • Außerdem entdeckte Herr J. neue Möglichkeiten und Perspektiven für seinen (beruflichen) Erfolg. Aber auch, wie er sein Privatleben reicher gestalten kann.

Herr J. erfährt also ein zweites Mal in seinem Leben einen posttraumatischen Wachstum.

Immer dann, wenn wir solche Entwicklungsprozesse wie die des Herrn J. beobachten oder auch die aus unseren ersten kleineren Fallbeispielen, ist dies ein Zeichen der Verarbeitung des Traumas sowie der Ressourcenorientierung.

„Ganz klar lässt sich aus der Forschung zum Thema Traumatic Growth der Schluss ziehen, dass man nicht lebenslänglich unter Traumata leiden muss. Menschen verfügen über erstaunliche Kräfte der Heilung und Regeneration.“ (Reddemann u. Reddemann 2006, S. 155)

Es ist also nachweislich so, dass bei einer enorm hohen Prozentzahl aller Traumatisierten neben all dem Schmerz und Leid auch immer mindestens ein Anzeichen an posttraumatischem Wachstum sichtbar ist.

Und somit ist (Re-) Traumatisierung eben doch nicht immer nur ein Arschloch.

Oder anders ausgedrückt: Dieser Artikel soll Hoffnung und Perspektiven schenken. All denjenigen Lesern, die unter Traumatisierungen leiden. Und auch all den Angehörigen traumatisierter Menschen, die ebenso mitleiden.

Selbstcoachingtipp

Sie möchten wissen, ob auch Sie aus der Not eine Tugend gemacht haben und  auch einen posttraumatischen Wachstum erfahren konnten?
Hier folgen für Sie nun Profi-Übungen für den Privatgebrauch in Anlehnung an Herrn J.s Fallgeschichte und an die fünf Bereiche des Wachstums nach Calhoun & Tedeschi.

Wie es geht:

  • Sie können diese Fragen ganz in Ruhe mit sich allein beantworten, aber genauso gut mit Ihrem Partner oder Freund.
  • Bitte nehmen Sie sich Zeit.
    Schreiben Sie gern Ihre Gedanken auf, das trainiert Ihr Gehirn zusätzlich.
  • Wenn Sie mögen, beantworten Sie die Fragen gern in regelmäßigen Abständen erneut. Das schafft Bewusstsein für Ihren eigenen posttraumatischen Wachstum – und Sie werden weiter wachsen.

1) Stärken als Wegweiser

Was halten Sie selbst für Ihre Stärke, herausragende Eigenschaft? Woraus schöpfen Sie Kraft? Was können Sie besonders gut, vielleicht auch seit Ihrem traumatischen Erlebnis? Können Sie dieses Wissen als Wegweiser für Ihr Leben nutzen? Vielleicht haben Sie in Ihrer Krisensituation spüren, dass beispielsweise das Zuhören Ihre Stärke ist – wie können Sie dies jetzt nutzen?

2) Des Pudels Kern

Wissen Sie, was für Sie das Wesentliche in Ihrem Leben ist? Was lieben Sie, was gibt Halt, worauf kommt es in Ihrem Leben für Sie an? Vielleicht ist es das Geld? Oder ein Oasenmoment vor dem Kamin?

3) Spreu und Weizen

Wie denken Sie über Ihre sozialen Kontakte? Wer stand in Krisenzeiten an Ihrer Seite? Wer sorgt für Halt, Stabilität, Geborgenheit? Das kann von der Oma bis zum Chef jeder sein. Wie intensiv pflegen Sie diese Kontakte?

4) Perspektiven

Brachte Ihr traumatisches Erlebnis vielleicht eine Orientierungshilfe für Ihren Lebensweg mit? Im Fall von Herrn J. war es damals die angestrebte Ausbildung. Was ist es bei Ihnen?

5) Sinnhaftigkeit

Was gibt Ihrem Leben einen Sinn? Ist es der Hund? Die alleinstehende Oma? Oder der berufliche Lebensinhalt? Hat sich Ihr Lebenssinn nach Ihrer Krise verschoben, wie nehmen Sie ihn davor und danach wahr?

Wichtige Abschlussbemerkungen:

Dieser Artikel soll nicht verharmlosen oder schön reden. Bitte seien Sie sich der Tragweite und der Schwere so manch eines Traumas, speziell der komplexen Traumatisierungen, sehr bewusst. Ich empfehle immer eine Form der Traumatherapie beim Therapeuten Ihres Vertrauens.

Auch von bewusster Retraumatisierung rate ich mehr als ab, im Gegenteil, ein guter Therapeut ist, ebenso wie ich, um die Vermeidung dessen sehr bemüht.

Autor: Sandra Schlautmann
Thema: Posttraumatisches Wachstum
Webseite: http://www.wachgecoacht.de

Autorenprofil Sandra Schlautmann:

Heilpraktiker f. Psychotherapie m. Schwerpunkt Traumatherapie

ttps://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/persoenlichkeitsentwicklung/posttraumatisches-wachstum.html