Von Hummeln, Elefanten und Mammuts:

oder:
Trauma…passiert das jedem? Oder warum gerade ich?

 

 

Im einem Coaching mit einer wunderbaren Klientin entstand folgende Skizze, die ich Ihnen weiter unten zeigen darf.

Zuerst aber ein paar beschreibende Worte:

 

Jeder von uns hat im Laufe seines Lebens mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal ein traumatisches Erlebnis gehabt. Eine traumatische Erfahrung gesammelt. Das gehört für mich zum Leben dazu. Erlebnisse prägen uns. Wir wachsen daran. Oder wir knabbern daran. Und an wieder anderen, vereinzelten, scheinen wir fast zu zerbrechen.

Die ICD 10 ( also die „Bibel“, in der der menschlichen Krankheiten aufgelistet sind) definiert ein Trauma vor allem über die Intensität des Erlebnisses. Verluste, Verbrechen, Kriegserlebnisse und Missbrauch seien hier als Beispiel benannt. Also Erlebnisse, die nur den wenigsten Menschen widerfahren. Gott sei Dank.

Doch - nicht nur meine bescheidene Meinung:

Wie anmaßend ist es denn, subjektive Empfindungen und Erleben mit Hilfe objektiver Maßstäbe beurteilen zu wollen?

Daher finden wir zunehmend in der Literatur einen erweiterten Traumabegriff, der auch meinem entspricht:

Ganz egal, wie vermeintlich alltäglich oder lapidar Ihr potenziell traumatische Erlebnis war. Ganz egal, ob es Ihnen wie vielen anderen Menschen geht und Ihnen das traumatisches Erlebnis noch nicht einmal bewusst ist .

Es kann weh tun. Einschränken, behindern, oder sich panisch anfühlen, sich immer wieder aufdrängen.

Und, ja, auch ein Stück weit die Kontrolle Ihres Lebens übernehmen.

Aber: Sie sind damit nicht allein.

In der ICD 10 ist die Rede von Flashbacks, Intrusionen, Vermeidungsverhalten, Panik, Scheckhaftigkeit, Schlaflosigkeit, Ängste und depressive Verstimmung, die als typische Merkmale bei dem „Mammut“ Trauma einhergehen können.

Diese können selbstverständlich auch bei objektiv betrachtet kleineren „Hummeln“ auftreten und einen beeinflussen, handicappen.

Wenn Sie sich fragen: „Was ist nur los mit mir?“, wenn Sie sonst eher das Leben lieben und auf einmal die Lebenskontrolle entgleitet, dann kann das ein Hinweis auf ein Minitrauma, auf eine Wunde des Alltags sein.

Selbst dann, und genau dann, wenn Ihnen ein potenzieller Auslöser dafür nicht bekannt ist.

Wenn Ihr Verstand Ihr Verhalten als unlogisch empfindet.

Doch immer dann, wenn der Verstand nicht mehr weiter weiß…. 😉

 

Von der Hummel zum Mammut: Skizze zum Traumabegriff, entstanden in einer Sitzung mit einer wunderbaren Klientin.

Von der Hummel zum Mammut: Der Trauma-Trichter by Wachgecoacht m. S. Schlautmann

Von Hummeln, Elefanten und Mammuts:

 

Nahezu jeder Mensch kennt solche „Hummelmomente“:

Klein und scheinbar unbedeutend zwicken sie dennoch ganz fest. Die meisten davon verarbeiten wir selbstständig, sortieren sie ein, vergessen sie.

Andere wiederum nicht. Diese bleiben haften und prägen uns. Manche durchaus positiv. Andere negativ. Sie bremsen uns aus. Warum das so ist? Das weiß noch kein Mensch.

Nahezu jeder Mensch kennt so etwas – dafür steht die Breite des Trichters.

 

Sehr viele Menschen kennen auch „Babyelefantmomente“: Die Viecher trampeln plump durch unser Leben und belasten unsere Gefühlswelt. Das sind schon eher „gesellschaftlich anerkannte Klopper.“

Der Trichter verengt sich bereits.

 

Zu guter Letzt gibt es „Mammuterlebnisse“.

Das sind die, die wir selbst oder durch die ICD-10 objektiv betrachtet als lebensbedrohlich einschätzen.

Die Enge des Trichters an dieser Stelle steht sowohl für die Menschenanzahl, die sich hierin wiederfinden wird, als auch die Intensität der Emotionen:

Die Enge, das Eingesperrtsein, das ausweglose, hilflose Gefühl , die Panik.

 

Wichtig zu wissen:

Es ist nun einmal so, dass unser Unterbewusstsein, unser Teil des Gehirns außerhalb des Verstandes, NICHT objektiv unterscheiden kann, ob etwas tatsächlich lebensbedrohlich ist oder nicht.

Das bedeutet:

In dieser Welt gibt es keine realen Mammuts. Aber vieles im Leben kann sich so anfühlen.

Bspw. eine Mathearbeit.

Ebenso der Verlust eines geliebten Menschen.

Oderoderoder.

Weil das Unterbewusstsein eben nicht die ICD-10 ist.

 

Beispiele für Hummeln, Elefanten und Mammuts gibt es derer viele. Einige davon sehen Sie in der Skizze.

Finden Sie sich wieder? Oder fehlt noch etwas?

 

Was ist Ihr ganz persönliches Mammut?

Wenn Sie mögen, teilen Sie es mir gern mit unter

 

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Auch für Ergänzungen und Meinungen zum Trichter bin ich dankbar.

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