ABIkadabra – come in and wake up

Abi – und dann?


12 / 13 Jahre lang hast du gebüffelt und immer das große Finale vor Augen gehabt:

Der heilige Gral – das Abitur.


Dann hast du es plötzlich in der Tasche.
Und nun??


12langeJahre bestand deine Aufgabe nuraus Hausaufgaben, Klausurvorbereitung, Vokabeln lernen.
Zwischendurch mal Ferien, Feiern mit Freunden, klar,

dochmontags dann wieder das Hamsterrad: Hausaufgaben, lernen, Schule, …

Ich weiß:
Da bleibt so manche Frage auf der Strecke:

Wer bin ich – und wenn ja – wie viele? (Precht)“ ((ein geflügelter Spruch aus meiner eigenen Abi-Zeit).


Ich weiß, dass viele Jugendlichenach dem Abi aus der Schule stolpern und einfach nicht wissen wer sie sind / was sie wollen.
(…bis auf die wenig hilfreiche Info „Du kannst ALLES!!! werden“).

Durch G8 fehlte ihnen oftdie Zeit, es herauszufinden / Fehler zu machen / auf die Nase zu fallen und dann auch wieder aufzustehen. Unsere Kids mussten non stop funktionieren.


Ich weiß nicht, ob speziell bei DIRunbedingt ein angezogene Handbremse /Blockade oder auch etwas Traumatischesdie Ursache hierfürist. Manchmal ist es eventuell einfach die fehlende Zeit, sich mit (wirklich) wichtigen Dingen zu beschäftigen.


Und so:
Viele Jugendliche wählen vielleicht den (Traum-)beruf der Eltern. Oder den Weg, den Andere einfach sehen: Onkel Ernst sieht dich schon als Nachfolger seiner Autowerkstatt, seitdem du mit vier Jahren dein erstes Legoauto zusammengebaut hast.
Tante Irmi ist fest davon überzeugt das du Tierärztin wirst, weil du ihren überfütterten Mops so liebevoll während der Sommerferien betreut hast. Manche Jugendliche folgen, weil sie selber einfach nichts Anderes wissen, oder jobben desorientiert und sinnbefreit drauf los. Oder sie reihen sich ein in die „Generation Praktikum“, …


Dieses Thema ist aktuell in aller Munde, nicht nur bei Abiturienten. Sondern bei Jugendlichen aller Schulformen bis hin zur Ausbildung / zum Studium.
Sowie auch bei deren Eltern, die plötzlich ein Kind haben, das sich aus Ermangelung eigener Ideen auf der Couch vor Netflix wundliegt.

Trotz aller gut gemeinter Ratschläge:
Manche Entscheidungen muss man selber treffen.

Beim Coaching setzte ich bei DIR an.
Ich weiß, dass duweißt, was du kannst. Wer du bist. Wer du sein wirst.
Unvorstellbar? Noch!
Ganz tief drin kennt dein Unterbewusstsein bereits die Richtung. Und das zapfen wir an.
Manchmal ist es echt befreiend, endlich zu wissen, wer man selber ist und wo man hin möchte.

#Selbstfindung #Werbinich #Trauma #Wachgecoacht #Zukunft

Hingehen statt weglaufen…oder warum eine Traumatherapeutin Glückscoach wird.

Trauma und Glück – passt das überhaupt zusammen?

Ohja, sehr gut sogar.
Auch wenn ich hier eher von Zufriedenheit und Lebensqualität sprechen möchte.

Denn:

Traumatisierte Menschen haben, je nach Schweregrad des Traumas, teilweise nur das Ziel, sich aus ihrem emotionalen Gefängnis zu befreien.

Sie möchten weg von Angst, Panik, Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit.
Genau wie viele gesunde Menschen eben auch.

Sie möchten in die Handlung kommen. Um selbst steuern zu können. Zu leben, (sich) zu lieben, zu sein.

Hin zu bewussterem Leben, bewussterer Selbstwahrnehmung, selbstgesteuertem Handeln.
Wie du vielleicht auch?

Ich erlebe es oft, dass mich Klienten bei vorangeschrittener Therapie fragen:

„Und jetzt?“

„Was geschieht zwischen den Terminen? Wenn ich alleine bin und Sie nicht da?“
Genau dann setze ich u.a. die Tools der Glücksbox ein. Therapiebegleitend.
Jedoch stets unter gewissenhafter Vorbereitung in der Therapie. Mit sorgfältigster, individueller Auswahl. Und penibler Einweisung.

Denn wenn der Klient gelernt hat, seinen Körper und seine potenziellen „Frühwarnsysteme“ wahrzunehmen, gerade dann hat es sich als wertvoll herausgestellt, dem Klienten Kontrolle über sich selbst zu schenken.

Hin zu Handlungsfähigkeit, Eigenverantwortung. Hin zu selbsttätiger Zufriedenheit.

Nähere Infos und Glückscoaches in deiner Nähe findest du hier:

https://www.coach-dein-glueck.de/team-glückscoaches/sandra-schlautmann/

Posttraumatischer Wachstum

Schon einmal einen bitterbösen Brief aus dem Briefkasten gefischt – der vielleicht furchtbare Konsequenzen mit sich bringen könnte – oder auch nicht… Oder: Schon einmal das Gefühl gehabt, ungewollt schwanger zu sein? Pille vergessen und zu spät bemerkt? Schock und Panik?

Oder: Schon einmal einen Riesen-Bock im Job geschossen, so heftig, dass sich Angst und Panik breit machte – wie sage ich’s dem Chef und was passiert dann?

All dies sind Beispiele für klassische kleine „Alltagswunden“. Jeder von uns kennt sie: Man befindet sich in einer schier ausweglosen Situation. Doch dann, manchmal geschieht es, …entpuppt sich genau diese Situation als Chance. Beispielsweise schärft sich unser Blick für das, was für uns wirklich wichtig ist. Oder wir intensivieren unsere Beziehungen: Wer ist für uns da, hilft uns, lenkt uns ab in solchen Situationen? Oder wir sehen neue Wege und Perspektiven.

Wunden in der Seele – posttraumatisches Wachstum

Was ich gerade noch im Kleinen beschrieb, an Beispielen für Alltagswunden, das finden wir auch im Großen wieder. Nämlich dann, wenn wir größere traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben.

Denn:
Ganz egal, ob es sich um Wunden des Alltags handelt oder um eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), handelt sich immer um Wunden in der Seele.

Trauma“ bedeutet im Griechischen nichts Anderes als „Wunde
So hinterlassen viele Erlebnisse in unserer Seele Narben, Verletzungen. Sie können sehr traumatisch sein.

Dazu gehören auch Trennungen, Krankheiten, Jobverlust und finanzielle Bedrohungen. Es muss nicht gleich ein Kriegserlebnis sein.

Vielleicht wurde auch Ihr Leben durch Traumatisierungen schwer beeinträchtigt. Und dennoch können Sie einen Ihrer Situation angemessenen und angenehmen Zustand erreichen.

Aus dem Leben gegriffen – ein Fallbeispiel:
Die Bekanntschaft mit Herrn J.

Ich lernte Herrn J. vor geraumer Zeit in einem nicht-beruflichen Kontext kennen. Fast nebenbei erfuhr ich, dass Herr J. in jugendlichen Jahren seinen Vater durch Gewalteinwirkung verlor. Er wurde wortwörtlich zu Tode geprügelt. Nach mehrmonatigem Koma und Bangen aller Angehörigen verstarb er.

Dass dieses traumatische Erlebnis prägt und beeinflusst, dürfte Ihnen bewusst sein: Ich erfuhr von Schmerzen, Leid und Trauer. Aber auch von Auswirkungen auf die Berufswahl, von beeinflussten Werten und Moralvorstellungen und von veränderten Rollen in der Familie.

Herr J. wirkte geprägt, selbstverständlich, aber lebensfroh, gefasst, das Erlebte verarbeitet und einsortiert, geerdet usw.
Herr J. schien an all dem auch ein Stück weit gewachsen zu sein.

Das, was Herr J. hier erlebt hat, nennt sich posttraumatischer Wachstum.

Dieser Begriff wurde v.a. von Calhoun & Teschedi in den 90er Jahren geprägt (auch Posttraumatic Growth genannt). Er beschreibt ein Element der Traumatherapie und legt den Fokus auf die Ressourcenorientierung.

Kürzlich kreuzten sich unsere Wege erneut –Herr J. machte einen sehr aufgewühlt-desolaten Eindruck.

Herr J. berichtete, dass ein innerbetrieblichen Businesscoach durch seinen Chef engagiert sei, der zur Weiterentwicklung der Firma, in der er arbeitete, beitragen sollte.

Wir alle sind Menschen und keine Maschinen –  Gefahr und Wachstumschancen trotz Trauma und Retraumatisierung

Ich muss leider immer wieder erleben, dass speziell im Businesscoaching vielen Kollegen nicht klar zu sein scheint, dass ihnen dort keine „Maschine“ gegenüber sitzt, sondern ein Mensch mit Persönlichkeit, Prägungen und, ja, evtl. auch mit traumatischem Hintergrund. Die Arbeitskraft lässt sich schlichtweg nicht losgelöst von ihrer Prägung, ihren Werten, ihren Glaubenssätzen und ihren Triggern betrachten und zum „Funktionieren bringen“. Denn genau diese Dinge nehmen Einfluss auf die Arbeitshaltung, Konzentration, auf das innerbetriebliche Denken und somit auf den wirtschaftlichen Wachstum der Firma.

Wenn ein Businesscoach nicht allumfassend ausgebildet ist, kann das Wunden aufreißen, auch die scheinbar längst verheilten Narben. Es kann Schmerzen und Erinnerungen wecken, es kann wieder alles hochkommen. Diesen Prozess nennt man Retraumatisierung.

So geschah es auch bei Herrn J.: Im Businesscoaching- Prozess wurden Glaubenssätze und Trigger angesprochen, die dazu führten, dass sich Herr M. in einer Retraumatisierung wiederfand: Flashbacks, Panikattacken und Trigger (z.B. beim Fernsehen) sind nur Beispiele seiner Reaktion auf das eigentliche Businesscoaching.

Eine Retraumatisierung ist nichts Schönes, es schmerzt, wühlt auf, weckt Erinnerungen, verwirrt, ja zerstört vielleicht auch das bis dato Aufgebaute. Und, ja, eine Retraumatisierung ist ein Arschloch.

So paradox es klingen mag: Durch Trauma und Verletzung kann Gewinn und Wachstum entstehen.

Herr J. wurde durch das Wiederhochholen seiner alten traumatischen Erfahrung förmlich dazu herausgefordert, sich dem Schmerz und dem Leid zu stellen. Um zu verstehen. Auch sich selbst. Um dann daran zu wachsen.

– Gemeinsam mit seinem Businesscoach und mir wurde Herr J. sich seiner eigenen Stärke bewusst: Wir formulierten Ressourcen und herausragende Eigenschaften, die ihm sowohl privat als auch im beruflichen Kontext für Klarheit und eine Richtung sorgten.

  • Herr J.s Blick schärfte sich für das, was ihm wichtig ist: Sein Bewusstsein für das für ihn Wesentliche war geschärft. Er reflektierte mit uns, wieder sowohl im Privaten als auch im beruflichen Kontext das, was für ihn wichtig ist. Für mehr Sinnhaftigkeit.
  • Außerdem entdeckte Herr J. neue Möglichkeiten und Perspektiven für seinen (beruflichen) Erfolg. Aber auch, wie er sein Privatleben reicher gestalten kann.

Herr J. erfährt also ein zweites Mal in seinem Leben einen posttraumatischen Wachstum.

Immer dann, wenn wir solche Entwicklungsprozesse wie die des Herrn J. beobachten oder auch die aus unseren ersten kleineren Fallbeispielen, ist dies ein Zeichen der Verarbeitung des Traumas sowie der Ressourcenorientierung.

„Ganz klar lässt sich aus der Forschung zum Thema Traumatic Growth der Schluss ziehen, dass man nicht lebenslänglich unter Traumata leiden muss. Menschen verfügen über erstaunliche Kräfte der Heilung und Regeneration.“ (Reddemann u. Reddemann 2006, S. 155)

Es ist also nachweislich so, dass bei einer enorm hohen Prozentzahl aller Traumatisierten neben all dem Schmerz und Leid auch immer mindestens ein Anzeichen an posttraumatischem Wachstum sichtbar ist.

Und somit ist (Re-) Traumatisierung eben doch nicht immer nur ein Arschloch.

Oder anders ausgedrückt: Dieser Artikel soll Hoffnung und Perspektiven schenken. All denjenigen Lesern, die unter Traumatisierungen leiden. Und auch all den Angehörigen traumatisierter Menschen, die ebenso mitleiden.

Selbstcoachingtipp

Sie möchten wissen, ob auch Sie aus der Not eine Tugend gemacht haben und  auch einen posttraumatischen Wachstum erfahren konnten?
Hier folgen für Sie nun Profi-Übungen für den Privatgebrauch in Anlehnung an Herrn J.s Fallgeschichte und an die fünf Bereiche des Wachstums nach Calhoun & Tedeschi.

Wie es geht:

  • Sie können diese Fragen ganz in Ruhe mit sich allein beantworten, aber genauso gut mit Ihrem Partner oder Freund.
  • Bitte nehmen Sie sich Zeit.
    Schreiben Sie gern Ihre Gedanken auf, das trainiert Ihr Gehirn zusätzlich.
  • Wenn Sie mögen, beantworten Sie die Fragen gern in regelmäßigen Abständen erneut. Das schafft Bewusstsein für Ihren eigenen posttraumatischen Wachstum – und Sie werden weiter wachsen.

1) Stärken als Wegweiser

Was halten Sie selbst für Ihre Stärke, herausragende Eigenschaft? Woraus schöpfen Sie Kraft? Was können Sie besonders gut, vielleicht auch seit Ihrem traumatischen Erlebnis? Können Sie dieses Wissen als Wegweiser für Ihr Leben nutzen? Vielleicht haben Sie in Ihrer Krisensituation spüren, dass beispielsweise das Zuhören Ihre Stärke ist – wie können Sie dies jetzt nutzen?

2) Des Pudels Kern

Wissen Sie, was für Sie das Wesentliche in Ihrem Leben ist? Was lieben Sie, was gibt Halt, worauf kommt es in Ihrem Leben für Sie an? Vielleicht ist es das Geld? Oder ein Oasenmoment vor dem Kamin?

3) Spreu und Weizen

Wie denken Sie über Ihre sozialen Kontakte? Wer stand in Krisenzeiten an Ihrer Seite? Wer sorgt für Halt, Stabilität, Geborgenheit? Das kann von der Oma bis zum Chef jeder sein. Wie intensiv pflegen Sie diese Kontakte?

4) Perspektiven

Brachte Ihr traumatisches Erlebnis vielleicht eine Orientierungshilfe für Ihren Lebensweg mit? Im Fall von Herrn J. war es damals die angestrebte Ausbildung. Was ist es bei Ihnen?

5) Sinnhaftigkeit

Was gibt Ihrem Leben einen Sinn? Ist es der Hund? Die alleinstehende Oma? Oder der berufliche Lebensinhalt? Hat sich Ihr Lebenssinn nach Ihrer Krise verschoben, wie nehmen Sie ihn davor und danach wahr?

Wichtige Abschlussbemerkungen:

Dieser Artikel soll nicht verharmlosen oder schön reden. Bitte seien Sie sich der Tragweite und der Schwere so manch eines Traumas, speziell der komplexen Traumatisierungen, sehr bewusst. Ich empfehle immer eine Form der Traumatherapie beim Therapeuten Ihres Vertrauens.

Auch von bewusster Retraumatisierung rate ich mehr als ab, im Gegenteil, ein guter Therapeut ist, ebenso wie ich, um die Vermeidung dessen sehr bemüht.

Autor: Sandra Schlautmann
Thema: Posttraumatisches Wachstum
Webseite: http://www.wachgecoacht.de

Autorenprofil Sandra Schlautmann:

Heilpraktiker f. Psychotherapie m. Schwerpunkt Traumatherapie

ttps://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/persoenlichkeitsentwicklung/posttraumatisches-wachstum.html

Streit mit der erwachsenen Tochter

Was aber, wenn ein Sturm aufkommt? Wenn die Anhänger an den Mobilefäden wehen und sich zu wehren scheinen?

Was, wenn die Angst besteht, ein Mobile-Teil könnte abreißen? Sich davon wehen lassen?

Und was, wenn dies tatsächlich geschieht?

Wir fühlen uns unwohl, aufgewühlt. Zerrissen. Unvollständig.

Es gibt Menschen, die kommen genau mit diesem Gefühl zu mir.
Das sind Mütter, die sich im Streit mit ihren meist erwachsenen Töchtern befinden. Und vielleicht gar nicht verstehen, wieso.
Es sind aber auch eben diese Töchter, die spüren, irgendetwas stimmt in ihrem Leben nicht. Nicht wissend, dass eine Ursache dafür der Streit mit ihrer Mutter sein kann.

Weil, so oder so, die Familie zerreißt. Ein Mobileteil im Sturm zu sehr wankt.

Ich möchte Ihnen einen Einblick in drei andere Mutter-Tochter-Beziehungen mit Problemen schenken.

Ihnen damit zeigen:

  • Sie sind nicht allein.
  • Vielleicht finden Sie sich wieder.
  • Vielleicht finden Sie so Ihre ganz persönliche Antwort auf Ihr Warum.
  • Vielleicht löst es ein: „Aha. Darum.“ In Ihnen aus.

Ich verrate Ihnen außerdem, passend zu jedem Fallbeispiel, drei praktische Profi-Tipps für den Hausgebrauch. Einen weiteren sehr wichtigen Tipp finden Sie im Fazit.

Sie zeigen Ihnen einen Weg.

Damit Sie anschließend  leichter zueinander finden. Und den Sturm im Mobile von dannen ziehen zu lassen.

Streit mit erwachser Tochter – Fallbeispiel 1

Die Situation:

Frau O.  berichtete mir von ihrer äußerst turbulenten Lebensphase: Seit Jahren wünscht sie sich die Trennung von ihrem Partner und somit auch vom Vater ihrer Kinder. Es sei einiges vorgefallen. Sie leidet. Trotz Auszeit und allen bisherigen Versuchen scheiterte nun auch der letzte.

Mein Auftrag eigentlich: „Bitte helfen Sie mir, mich endgültig zu lösen.“

Ich erfuhr, dass die erwachsenen Kinder der Trennung schon längst zugestimmt hatten, mehr noch, sie sprachen ihrer Mutter Mut zu.

Doch nun…kippte die Situation: Mutter und Tochter entfremdeten sich.
Sie, liebe Leserin, können sich sicher vorstellen, wie verletzt und verwirrt Frau O. mir gegenübersaß, sich keiner „Schuld“ bewusst.

Der Streit mit ihrer erwachsenen Tochter als negativer Hauptgewinn on top raubte ihr den letzten Mut. So blieb Frau O.

Das Warum – Fachlicher Erklärungsansatz:

Durch die schwierige, lang anhaltende Lebenssituation fand eine Persönlichkeitsveränderung bei der Mutter statt.

Das ist nichts Ungewöhnliches. Erlebnisse prägen. Beeinflussen. Verändern. Ganz egal, wie groß oder klein sie sind. Wir entwickeln uns weiter, passen uns der Lebenssituation an. Das ist oft gut so.

Wenn dann noch die vielen erfolglosen Trennungsversuche und die folgende  Auszeit hinzukommen, zieht manchmal ein Sturm auf.

In „Windspielsprache“ bedeutet das: Ein Mobileteil verändert sich, vielleicht in Form und Gewicht. Die anderen Mobileteile, hier im Beispiel die Tochter von Frau O., geraten ins Wanken, verlieren vielleicht ihren Halt, ihr Gleichgewicht oder ihre Orientierung.

In diesem Fall geschah Folgendes:

Die so sehr geliebte Tochter wandte sich ab und orientierte sich an der Vaterfigur. Für Frau O. kam dies komplett unerwartet und daher doppelt schmerzhaft.

Es kam zu Meinungsverschiedenheiten, Zickereien, zu noch mehr Wind im Mobile, sodass auch andere Familienmitglieder in Unruhe versetzt wurden.

Sie können sich vielleicht denken: Für mich als Therapeutin und Coach ist diese Reaktion der Tochter allerdings weniger unerwartet als es scheint.

Und für Sie, liebe Leserin, nun jetzt auch. Oder? Wunderbar.

Mein Perspektivwechsel-Tipp:

Jeder Streit ist anstrengend. Zehrt an den Kräften. Verletzt oder scheint zerstörerische Kräfte zu entwickeln.

Wagen Sie trotzdem mit mir einen kleinen Perspektivwechsel?
Ich möchte mit einem Augenzwinkern die mutige These wagen: Könnte es sein, dass, je mehr Wind Sie von ihrer Tochter / Mutter spüren, desto näher Sie sich vielleicht sind? Desto wichtiger Sie sich sind?

Denn nur dann, wenn Menschen sich nah und verbunden sind, nur dann wirken sich Veränderungen aus.

Es zeigt: Sie sind sich nah! Das ist etwas Wunderbares. Denn es ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. Es schürt Hoffnung. Und Mut. Und Zuversicht. Geben Sie noch nicht auf!

Streit mit erwachsener Tochter – Fallbeispiel 2

Die Situation:

Frau E suchte mich ursprünglich wegen eines Businessthemas auf. Die Chefs und sie. Da lief etwas schief. Die junge Frau fühlte sich ausgebremst. Nicht zu der beruflichen Leistung fähig, die sie fachlich erbringen konnte. Frau E. verstand sich selbst nicht mehr.

Was war los?

Das Warum – Fachlicher Erklärungsansatz:

Frau E. fühlte sich (u.a.) von ihrem Chef „nicht gesehen“ und nicht ernst genommen.

Ihr Chef triggerte eine Familienerfahrung an: Die Schwierigkeiten, die Frau E. mit ihrer Mutter seit Jahren unausgefochten zwischen sich spürte, brannten sich wie ein Mini-Trauma im Unterbewusstsein der Klientin ein.

Das färbte auf Frau E.s berufliche Leistungsfähigkeit ab. So sehr, dass die junge Frau unglücklich durchs Leben schritt.

Und, das erlebe ich sehr oft, nicht wusste / verstand, WARUM dem so ist.

In „Mobilesprache“ bedeutet das:

Frau E. hängt, wie wir alle, nicht nur in einem System. Nicht nur in einem Mobile. Manchmal verknoten sie sich, vor allem dann, wenn der Wind schon länger weht. Oder besonders heftig.

In gemeinsamer Arbeit deckten wir die Zusammenhänge auf, die die junge Frau im Unterbewusstsein verknüpft hatte. Wir schafften es, die Streitsituation mit der Mutter limbisch, also im Unterbewusstsein, verkraftbar zu machen und diese hinderlichen Verbindungen zwischen Job und Familie zu lösen.

So konnte Frau E. in ihrem Job wieder glänzen. Denn es gab keine Mobile-Verknotungen mehr.

Ja, die Beilegung des Streites zwischen Frau E und ihrer Mutter fand im Rahmen des Coachings (zu diesem Zeitpunkt) nicht statt. Denn es war weder mein ursprünglicher Auftrag noch war Frau E.s Mutter mein Coachee.

ABER (und das finde ich viel wertvoller) Frau E. konnte sich mit der Situation arrangieren. Sie verkraftet nun die zerstrittene Situation mit ihrer Mutter auch im Unterbewusstsein, verkraftet die Erlebnisse, in denen sie sich von Mama nicht wahrgenommen fühlte. Es ist jetzt okay für sie.

Frau E konnte sich befreien. Und zurück ins (berufliche) Glück finden.

Mein Selbstreflexions-Tipp:

Seien Sie wachsam. Und mutig!

Ich erlebe oft, dass ein Streit zwischen Mutter und Tochter rational betrachtet „abgehakt“, „weggepackt“ zu sein scheint. „Wir gehen schon seit Jahren getrennte Wege. Das ist dann eben so.“

In Wirklichkeit jedoch schlummert diese Erfahrung im Unterbewusstsein und bremst uns in anderen Situationen aus.

„Immer dann, wenn der Verstand nicht mehr weiter weiß“, prangt auf meiner Webseite.

Und das nicht ohne Grund.

Dieser Satz beschreibt ein mögliches Gefühl, was ein Hinweis auf ein längst erledigt geglaubtes Mini-Trauma sein kann.

Streit mit erwachsener Tochter Fallbeispiel 3

Die Situation:

Frau F. und ihre erwachsene Tochter Frau S. suchten mich auf, gemeinsam.
Frau F. war Rentnerin, verheiratet mit dem Vater ihres Kindes, ein verbeamteter Mann.

Frau S. arbeitete selbstständig, und dies schon seit Jahren.
Beide Frauen kamen zu mir, weil sich die Situation zuspitzte:

Frau F. verstand ihre Tochter nicht mehr. Sie äußerte, ihre Tochter sei für sie mittlerweile „wie vom anderen Stern“.

Ihre Tochter Frau S. indes spürte das schon länger. Sie fühlte sich nicht mehr wohl in ihrer Familie, nicht mehr geborgen und gänzlich unverstanden.

Beide, das sah ich deutlich, liebten sich sehr, sodass sie um Rat und Hilfe baten.

Das Warum – Fachlicher Erklärungsansatz:

Frau S. führte einen komplett anderen Lebenswandel als es ihre Eltern je taten: Selbstständigkeit versus Verbeamtung.

Arbeiten aus Leidenschaft versus Arbeiten des Geldes wegen.

Risiko versus Sicherheit.

In den Augen von Frau F. führte ihre Tochter das falsche Lebensmodell. In der Wahrnehmung der Tochter war alles falsch, was sie tat.

Oft ist es so, dass sich die liebende Mutter für ihr Kind doch nur das Beste wünscht.

Dass sie voller Lebenserfahrung strotzt und ihrem geliebten „kleinen Kind“ jegliche schmerzhaften Umwege ersparen möchte.

Gut gemeint, absolut.

Doch was ist, wenn dabei unterschiedliche Werte und Lebensmodelle aufeinander prasseln?

Oder die Tochter ihre Erfahrungen schlichtweg selbst sammeln möchte?

Dann kommt Wind ins Mobile.

Gemeinsam erarbeiteten wir die zugrunde liegenden unterschiedlichen Werte.

Um dann gemeinsam zu ergründen, warum die Werte teilweise so grundverschieden sind.

Dies ist sicherlich auch generationsbedingt begründbar.

In jeder Generation griffen andere Bedürfnisse, Werte und Glaubenssätze.
Wir verstanden, dass Großmutters Generation auch schon anders „tickte“ als die der Mutter. Und stellten fest:

Von Überleben wollen (Großeltern) über harte Arbeit zahlt sich aus / schafft Sicherheit (Eltern) bis hin zur Selbstverwirklichung (erwachsene Tochter) wandelten sich besagte Werte.

Fazit: Wir schafften Verständnis für die Erfahrungen und Prägungen jedes Mobileteiles. Und nahmen so Wind aus den Segeln – äh, dem Mobile.

Für mehr Raum für Liebe und Verständnis.

Mein Kommunikations-Tipp:

Jede Emotion und jede Wahrnehmung hat seine Daseinsberechtigung. Auch dann, wenn Sie sich denken: „Was die Mutter / Tochter beschreibt, ist völlig falsch. Alles falsch und missverstanden!“

Bedenken Sie, es gibt kein „objektiv richtiges Empfinden“. Und auch keine „tatsächlichen Fakten.“

Bitte, wenn Eine von Ihnen eine Emotion oder Wahrnehmung äußert, antworten Sie nicht mit: „Das stimmt nicht!“ Auch dann nicht, wenn es Ihrer eigenen Wahrnehmung nicht entspricht.

Denn das führt meist zu verhärteten Fronten. Das Gefühl, sich missverstanden zu fühlen, intensiviert sich eher.

Was können Sie stattdessen tun?

Fassen Sie die Worte Ihrer Gesprächspartnerin in eigenen Worten zusammen. So wecken Sie das Gefühl des Verständnisses. Und bei Unklarheiten besteht die Chance, diese sofort auszuräumen. Leiten Sie dies ruhig ein mit: „Wenn ich dich richtig verstehe, siehst / fühlst du das so…:“.

Anschließend holen Sie sich eine Bestätigung dessen ab: „Ist das so? Habe ich es richtig zusammengefasst?“

Beschreiben Sie anschließend selbst, wie es Ihnen in der Situation geht, wie Sie gewisse Aussagen gemeint haben. Holen Sie sich gern in Form von „Ich weiß, das ist  meine Sicht, ist die für dich nachvollziehbar?“ eine Bestätigung ab.

Dieses Fallbeispiel zeigt, wie unterschiedlich sind Lebenswege auf Werte, Moral und Prägungen auswirken.

Ein Bewusstsein darüber, dass dem so ist. Und ein Bewusstsein dafür, dass Wahrnehmungen nebeneinander bestehen sollen und werden, das ist ein wichtiger Schritt. Hin zum Frieden zwischen Mutter und Tochter.

Mit dem Ziel, sich gegenseitig zu wertschätzen und sich wertgeschätzt zu fühlen.

Fazit

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe Ihnen die Einblicke in andere Mutter-Tochter-Beziehungen ließen Sie spüren:

Sie sind nicht allein.

Vielleicht fanden Sie sich wieder.

Vielleicht fanden Sie Ihre ganz persönliche Antwort auf Ihr Warum.

Vielleicht löste es ein: „Aha. Darum.“ In Ihnen aus.

Damit Sie nun einen Schritt aufeinander zu wagen können.  Und den Sturm im Mobile von dannen ziehen zu lassen.

Profi-Tipp:

Wenn das  Verständnis mitsamt der drei Tipps für den Hausgebrauch dennoch nicht reichen.

Wenn die Fronten zu sehr verhärtet sind oder aus anderen Gründen kein Ausweg für Sie sichtbar ist, obwohl Sie es wollen: Suchen Sie sich professionelle Unterstützung!

Ich empfehle einen erfahrenen Coach oder Therapeuten. Aber auch ein gut ausgebildeter Mentor kann die passgenaue Hilfe sein.

Wichtig ist meines Erachtens der systemische Ansatz. Optimal in Kombination mit traumatherapeutischen Tools, die sich auch gut dazu eignen, um solche Wunden des Alltags besser in die Heilung zu bringen.

Denn:

Genau mit dieser Kombination konnte nicht nur Frau O. oder Frau M. oder Frau F. / S. geholfen werden.

Und, ebenso wichtig:

Es ist nicht immer erforderlich, dass beide, Mutter und Tochter, Termine wahrnehmen. Wenn eine von beiden sich befreien möchte, das Leben wieder genießen möchte, ausbrechen möchte aus den Winden des Mobiles, um wieder in Ruhe und Frieden zu sein, so reicht dies völlig aus.

Autor: Sandra Schlautmann
Thema: Streit mit erwachsener Tochter
Webseite: https://wachgecoacht.de

 

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